Einleitung

Einleitung

 

Zahlen haben weit mehr zu bieten, als nur eine Menge in ihrer Quantität zu erfassen. Oftmals nehmen wir die Forschungsergebnisse der Physik oder anderer Naturwissenschaften relativ gleichgültig zur Kenntnis. Meist beeindrucken uns erst die konkreten Anwendungen, wie zum Beispiel die Erfindung der Dampfmaschine, der Glühbirne, des Telefons, des Flugzeugs, der Atomkraft und des Computers …, um nur einige zu nennen. Ohne Zahlen und vielfältige Rechenoperationen wären diese Errungenschaften aber niemals möglich geworden.

Versuchen wir den Erkenntnisvorgang einmal im Allgemeinen nachzuvollziehen:

  1. Ein Phänomen wird beobachtet (ein Apfel fällt zu Boden).
  2. Das Phänomen wird durch Messungen untersucht (zum Beispiel: die Entfernung des Apfels zum Boden, sein Gewicht und die Zeit, die der Apfel braucht, um zu Boden zu fallen).
  3.  Es wird eine Gesetzmäßigkeit - eine logische Verbindung zwischen den beteiligten Dingen - gesucht und gefunden. Diese Gesetzmäßigkeit wird durch Zahlen beschrieben (Formel).
  4. Die Formel wird überprüft, indem Vorhersagen erstellt und im Versuch gemessen werden.
  5. Die genaue Untersuchung eines Teilaspekts der Wirklichkeit öffnet den Blick auf die größeren Zusammenhänge (zum Beispiel: Der Boden wird als Teil einer großen Masse erkannt).
  6.  Demselben Phänomen werden neue Gesetzmäßigkeiten abgelauscht (zum Beispiel das Gravitationsgesetz).

Lassen wir diesen exemplarischen Erkenntnisvorgang und die weiteren Entdeckungen der Naturwissenschaft auf uns wirken, entsteht der Eindruck, dass alle Dinge auf dieser Welt verbunden und wechselseitig voneinander abhängig sind. Wir müssen in diesem Zusammenhang davon ausgehen, dass bisher nur ein Bruchteil der Naturgesetze beschrieben wurde. Keinesfalls sollte Naturwissenschaft dazu führen, dass wir das Staunen und den Respekt über die vielen Wunder dieser Welt verlieren. Im Gegenteil: Betrachten wir die Erkenntnisse der modernen Astro- und Atomphysik und lassen die Komplexität der Naturvorgänge an uns heran, gerät man fast unweigerlich in ein ehrfürchtiges Staunen über das Wunder des Lebens.

Für Albert Einstein stand seine wissenschaftliche Tätigkeit nie im Wiederspruch zu seinen spirituellen Überzeugungen. Zu diesem Thema sagte er einmal:

„Forschen bedeutet für mich, hinter den Schöpfungsakt Gottes zu schauen.“

Lassen wir die quantitative Seite der Zahlen einmal beiseite und erlauben uns die Frage: Haben Zahlen auch eine qualitative Seite? Drücken sie durch ihr bloßes Vorhandensein einen Aspekt der Wirklichkeit aus?

Das Zählen an sich ist eines der wenigen Kulturerrungenschaften, das alle Kulturen und Völker dieser Erde auf dieselbe Weise ausführen. Darüber besteht Einigkeit - da ist man sich sicher. Es ist wichtig, dieser scheinbar so banalen Einsicht nachzuspüren: Nehmen Sie sich einmal einen stillen Moment und konzentrieren sich auf die Eins, die Einheit. Versuchen Sie mit dieser Wirklichkeit in Kontakt zu sein. Dann wiederholen Sie den Vorgang mit der Zwei und Drei. Es ist auch hilfreich, sich zu fragen: Wie drückt sich zum Beispiel die Zwei oder Drei in der Welt aus? Sie werden zu Ergebnissen gelangen, die ihr Weltbild und ihre Sichtweise auf andere Kulturen und Epochen deutlich bereichern werden.

(An dieser Stelle soll bemerkt werden, dass der Autor sich entschieden von diversen Praktiken distanziert, in denen Namen in Zahlen umgewandelt oder aus mehrstelligen Zahlen Quersummen gebildet werden, um Ereignisse vorherzusagen und Erkenntnisse zu einzelnen Menschen abzuleiten.)

Möchte man Zahlen visualisieren sollte man sich über deren Darstellung Gedanken machen. In unserem Kulturraum erfolgt dies meist im Zehnersystem, also mit 10 Ziffern von 0 bis 9. Es gibt viele weitere Systeme, die bekanntesten sind das Hexadecimalsystem mit 16 Ziffern von O bis F und das Binärsystem mit nur 2 Ziffern: 0 und 1. Aufgrund dieser Vielfalt ist es kaum möglich, eine einheitliche Zahlendeutung aufzubauen, da sie in jedem System anders aussehen müsste! Eine einheitliche Basis, die unabhängig von Zahlensystemen ist, bietet die Geometrie, denn sie stützt sich auf die Eigenschaften des Raumes, in dem wir leben.

Was könnte nun die geeignete Form sein, um ein in sich abgeschlossenes System - als Repräsentant der Eins - darzustellen? Die Kugel drängte sich aus zwei Gründen auf: Erstens ist die Gravitation die erste Kraft, die sich im noch jungen Universum isoliert, das heißt, dass sich die Materie fast von Anbeginn an tendenziell zu kugelartigen Gebilden zusammengezogen hat. Zweitens ist die Kugel der Raumkörper, der, unter bildnerischen Gesichtspunkten, am stärksten in sich selbst geschlossen ist und sich so als Repräsentant einer Einheit in einer Vielheit am besten zu eignen scheint. Die Kugelgeometrie, auch sphärische Geometrie genannt, ist nur ein kleiner Ausschnitt der allgemeinen Geometrie. Durch ihre Beschränktheit und speziellen Gesetze bietet sie uns aber ein Bezugssystem, das dem des Kreises in der Fläche überlegen ist, und so eventuell besser geeignet ist, die tiefen Wahrheiten der Zahlen sinnlich erfahrbar zu machen.

Ob dies grundsätzlich sinnvoll ist und inwieweit es durch diesen Ansatz gelingt, muss ohnehin jeder für sich selbst beantworten. Im Folgenden wird zerlegt und in eine zeitliche Reihenfolge gesetzt, was als Ganzes betrachtet und gleichzeitig gedacht werden müsste. Die Aussagen und Behauptungen gründen sich auf die Intuitionen des Autors, angeregt durch die Zahlen selbst und die Raumkörper, die entstehen, wenn man für jede Eins eine Kugel annimmt.  Es wurde zu jeder Zahl nur ein bis zwei sinnvolle Zitate aus möglichst vielen unterschiedlichen Kulturkreisen verwendet.